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Ist Vollkorn schädlich?
Ernährungswissenschaftler und Beratungsfachkräfte sind sich einig: Produkte aus dem vollen Korn wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Naturreis liefern wertvolle Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine und wirken sich daher positiv auf die Gesundheit aus. Vereinzelt gibt es immer mal wieder Stimmen, die vor dem Verzehr von Vollkornprodukten warnen.
Behauptung: Vollwertköstler häufig einen Zinkmangel haben, weil Vollkorn die Mineralstoffversorgung verschlechtert
Die Gießener Vollwert-Ernährungsstudie mit Schwangeren hat gezeigt, dass Vollwertköstlerinnen besser mit Zink, anderen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt sind als Mischköstlerinnen. Auch eine Studie zum Vergleich der Zinkversorgung von Vegetariern und Mischköstlern ermittelte eine etwa 30 % höhere Zinkaufnahme der Vegetarier. Dies gleicht die geringere Zinkverfügbarkeit aus pflanzlichen Lebensmitteln aus. Im Vergleich zu Produkten aus Weißmehl liefert nur das volle Korn überhaupt relevante Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen. Diese stecken in den nährstoffreichen Randschichten und im Keim.
Behauptung: Lektine im Weizenkeim rufen Entzündungen des Darms hervor
Lektine kommen als sekundäre Pflanzenstoffe in einer Vielzahl von Obst- und Gemüsearten, in Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Getreide vor. Sie dienen den Pflanzen als natürliche Abwehrstoffe vor Fraßfeinden und können beim Menschen Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Die meisten Lektine verlieren durch Hitze, das heißt beim Kochen, Backen usw. ihre Aktivität. Seit langem ist z. B. bekannt, dass grüne Bohnen und Hülsenfrüchte nur erhitzt verzehrt werden dürfen.
Bei Rheuma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn ist dies wahrscheinlich der Fall. Deshalb empfiehlt sich für diese Patienten eine Diät, die Lektine weitgehend ausschließt.
Zusammenfassung:
Die Abbildung des Totenkopfsymbols aus Getreidekörnern in einer Publikumszeitschrift ist nicht nur schlechter Geschmack, sie verbreitet Angst - und noch dazu völlig unbegründete. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind Vollkornprodukte für gesunde Menschen aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe positiv zu bewerten. Anders ist dies für Menschen, die an entzündlichen Darmerkrankungen, Rheuma oder Allergien gegen bestimmte Getreidearten leiden. Für sie empfiehlt es sich, den Verzehr von lektinreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte einzuschränken bzw. die Allergene ganz zu meiden.
Quelle: UGB

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