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Vergessene Gemüsesorten - neu entdeckt
In den Zeiten von Dosenware und Tiefkühlkost sind viele Obst- und Gemüsesorten in Vergessenheit geraten. Dabei hält die Natur ein üppiges Angebot bereit, dessen Verwendung Abwechslung und Raffinement in die gesunde Küche
bringt. Entdecken Sie wieder Mangold, Sauerampfer, Steckrüben, Topinambur
und Pastinaken.
Pastinaken sind mit Möhren und Petersilienwurzeln verwandt und werden ähnlich verwendet. Pastinaken sind im Gegensatz zu Karotten weiß bis cremefarbig und meist etwas dicker als die Karotten.
Geruch und Geschmack sind kräftig aromatisch, leicht nussig und erinnern an Petersilie und Karotten. Fruchtfleisch enthält Zucker und Stärke und eignet sich daher ideal für Saucen, Suppen, Pürees oder Eintöpfe.
Pastinaken enthalten ätherische Öle, die dem des Kümmels ähneln und
bei Magen- und Darmbeschwerden helfen.
Pastinakencremesuppe: 300 g Pastinaken schälen, klein schneiden
und mit Salz, Pfeffer, 800 ml Gemüsebrühe, einer großen geschälten und
klein geschnittenen Karotte auf den Biss garen. Mit Petersilie und 2-3 EL
Sahne verfeinern.
Topinambur sind Knollen, die etwas kleiner und unregelmäßiger als die
der Kartoffeln sind. Bevor sie von der Kartoffel verdrängt wurde, war Topinambur ein sehr beliebtes Gemüse.
Die sonnenblumenähnliche Pflanze liefert Knollen mit vielen Pluspunkten: Das enthaltene Inulin wirkt als natürlicher
Appetithemmer, interessant daher für alle die abnehmen wollen. Für die Diabetiker wirkt das Inulin als Verdauungshilfe und kurbelt die
Insulinproduktion an. Topinambur enthält reichlich Kalium. Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt und der Körper entwässert.
Der Topinamburanbau war früher bei uns sehr verbreitet. Heute wird er nur noch in wenigen Gegenden, wie zum Beispiel in der Gegend um Bühl in Baden angebaut. Bekannt ist der daraus gemachte Schnaps, der als eine der besten Verdauungshilfen nach schwerem Essen gilt und auch von Diabetikern gut vertragen wird. Wird wie Kartoffel verwendet als Püree, Gratin oder Gemüsebeilage.
Sauerampfer gibt es wild wachsend oder als Zuchtform in kleinen Töpfchen zu kaufen. Er ist mit dem Rhabarber verwandt und hat einen herben, säuerlichen Geschmack, was sich auch in seinem Namen ausdrückt, der sich vom lateinischen Wort “amarus” = bitter ableiten lässt.
Sauerampfer enthält viel Vitamin C, Eisen und wirkt verdauungsfördernd. Man kann ihn wie Spinat garen oder für
Suppen und Saucen verwenden. In der traditionellen Küche vieler mitteleuropäischen Länger zählt Sauerampfersuppe zu den Klassikern.
Mangold war schon bei den Römern bekannt, wurde aber im Lauf der Jahrhunderte vom ergiebigeren und weniger kälteempfindlichen Spinat verdrängt. Im Mittelmeerraum wird er dagegen noch gerne verwendet. Mangold ist im Geschmack kräftiger als Spinat und hat knackige weiße oder rote Stiele, die getrennt oder zusammen mit den Blättern zubereitet werden können.
Mangold ist reich an Vitaminen A und C, Eisen und Magnesium.
Einkaufstipp:
Achten Sie beim Einkauf darauf, daß Manogld frische, knackige Blätter hat. Bereiten Sie ihn möglichst bald zu, denn er verliert nach der Ernte sehr schnell seine Vitamine.
Steck- oder Kohlrüben ist ein Wintergemüse, das regional wieder an Bedeutung gewinnt.
Sie werden ähnlich wie Karotten als Gemüse verwendet oder zusammen mit Karotten oder Kartoffeln zu
Püree verarbeitet. Steck- oder Kohlrüben und weiße Rüben sind nahe Verwandte. Steckrüben sind meist etwas größer und haben gelbes Fruchtfleisch. Der Geschmack ist etwas kräftiger und derber als der weißen Rüben. Weiße Rüben sind rund oder länglich, das Fruchfleisch ist innen weiß, während die Schale teilweise rötlich oder violett gefärbt sein kann. Das Aroma erinnert etwas an
das von Rettichen. Besonders kleine runde Rüben aus dieser Familie sind
die Teltower Rübchen. Diese Rüben sind weiß oder goldgelb und besonders zart und würzig im Geschmack.
Besonders gut schmecken sie zusammen mit Butter, Sahne und Muskatnuß als Püree oder Gratin oder als Eintopf mit einem herzhaften Schweinebraten. Kohlrüben enthalten reichlich Kalzium, Vitamin B und
C.
Buchtipp: "Gesund abnehmen mit Topinambur", Prof. Dr. Günter
Bärwald, Trias Verlag, ISBN 3-89373-518-6

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