Natürlich süßen mit Stevia

 

Stevia (Stevia rebaudiana) ist eine Pflanze, die in Paraguay beheimatet ist und dort seit Menschengedenken verwendet wird. Die Guarani Indianer, die in Paraguay und in den Grenzgebieten der umliegenden Staaten (Brasilien/Argentinien) leben, nutzen sie zum Süßen von bitterer Medizin und Tees. Für Stevia gibt es unter den Guarani Indianern viele unterschiedliche Namen: ka´a-che (= mein Kraut), Azúcar-ka´a (= Zuckerkraut), Ka´a-He´ê (= Süßkraut). Die meisten dieser Bezeichnungen deuten auf den süßen, nektarähnlichen Geschmack der Pflanze hin. In Südamerika ist sie vor allem unter dem Namen „Yerba dulce“ bekannt.

Vor 100 Jahren wurde die Pflanze schließlich zum ersten Mal botanisch von Mosè Giacomo Bertoni - oder wie er in Paraguay genannt wurde: Moisés Santiago Bertoni – klassifiziert. Bertoni war ein angesehener und vielseitig begabter Tessiner Wissenschaftler und machte Stevia mit seiner Entdeckung im Jahre 1899 für den Rest der Welt zugänglich, weshalb man sie heute ihm zu Ehren auch Stevia rebaudiana Bertoni bezeichnet. Seitdem wird Stevia in viele Länder exportiert, zum Teil in den einzelnen Ländern selbst angebaut und zum Süßen von Speisen, als Geschmacksverstärker in Suppen und Saucen oder als Tee verwendet.

 

Stevia wird nicht nur von den Einwohnern Südamerikas als Süßungsmittel verwendet, sondern wird seit einigen Jahrzehnten in Japan verwendet. In  den USA ist eine Nutzung als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt. Größter Verbraucher von Stevia ist Japan, wo bereits 1954 mit dem Anbau begonnen wurde. Als die japanische Regierung 1969 wegen gesundheitlicher Risiken den Verkauf von synthetischen Süßstoffen, z. B. Cyclamat, verbot, stieg dort der Verbrauch von Stevia extrem an und hatte im Jahr 1988 einen Marktanteil von ca. 40 Prozent erreicht. Dort wird Stevia u. a. zum Süßen von Softgetränken, Fruchtsäften, Backwaren, Sauergemüse, Sojasaucen, Marmeladen, Süßwaren, Joghurts, Eiscreme und Kaugummis eingesetzt.

 

Frische Steviapflanzen sind auch in Deutschland erhältlich. Verschiedene Gärtnereien haben Steviapflanzen im Angebot und verschicken sie nach Anfrage auch per Post. (Es gibt sie in einer Größe von ca. 20 bis 30 Zentimeter für ca. DM 8,50 zzgl. Porto zu kaufen bei der „Blumenschule“, Augsburger Str. 62, 86956 Schongau) Dadurch hat man nicht nur die Möglichkeit frische Blätter nach Bedarf zu ernten, sondern bekommt auch gleich einen direkten Bezug zu der Pflanze. Kinder lassen sich viel leichter für ein Lebensmittel und auch seine „Anwendung“ in der Ernährung begeistern, wenn sie die Pflanze selbst gießen und pflegen können.

Während der Vegetationszeit kann man regelmäßig Blätter ernten, die man dann frisch, getrocknet oder zu einem Konzentrat verarbeitet zum Süßen von Getränken und Speisen verwenden kann. Der optimale Zeitpunkt der Ernte liegt jedoch zu Beginn der Blüte, die in den späten Sommermonaten bzw. im Frühherbst stattfindet. Dann haben die Blätter die höchste Süßkraft.

 

Stevia ist für Diabetiker und Neurodermitiker bestens geeignet

Stevia dagegen ist ein kalorienfreier Süßstoff auf natürlicher Basis, von dem keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt sind. Im Gegensatz zu Zucker, der den Blutzucker in die Höhe treibt und durch die Insulinausschüttung zu einem Abfall der Blutzuckerkonzentration führt, bewirkt Stevia keine Erhöhung des Blutzuckers. Stevia ist das optimale Süßungsmittel für Diabetiker: Es läßt sich als Extrakt genauso wie Süßstoffe verwenden und als Stevia-Streusüße wie Zucker dosieren.

 

Keine "Gefahr" für die Zähne

Japanische Studien ergaben, daß Stevia im Gegensatz zu Zucker keine Nahrungsquelle für die im Mund befindlichen Bakterien darstellt. Die in Steviablättern enthaltenen Zuckerstoffe werden nicht wie bei Haushaltszucker in Säuren umgewandelt, von denen sich die Bakterien ernähren und Löcher in die Zähne fressen.

 

Stevia liefert keine Nahrung für Pilze

Da Stevia keine Kalorien beinhaltet und dem Pilz somit keine Nahrung liefert, kann sich der Hefepilz nicht vermehren und „hungert aus“.

 

Bestelladressen für Steviaprodukte (Blätter, Pulver, Extrakte):

Kräuter für Leib und Seele“, Peter Grosser, Unterriethstr. 37, 65187 Wiesbaden

„Guarani Botanicals Europe“, Eva Killer, Rheinweg 5, 5330 Zurzach, Schweiz

 

Buchtipp: "No Sugar? Stevia!" von Heidrun Fronek und Peter Grosser, Südwest Verlag, DM 19,90

 

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