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Ernährung in der Schwangerschaft Häufig besteht noch die veraltete Meinung, daß Schwangere für "zwei essen sollten". Das ist jedoch ein großer Irrtum. Tatsächlich erhöht sich der Mehrbedarf von Schwangeren ab dem 4. Monat um ca. 20 Prozent, das entspricht etwa 300 Kilokalorien mehr pro Tag und gegen Ende der Schwangerschaft um 500 Kilokalorien pro Tag. Umgerechnet in Speisen kann man also etwa ein Käsebrot und einen Apfel bzw. einen Becher Joghurt am Tag mehr essen. Aber auch zuwenig essen kann problematisch werden, vor allem wenn die Mütter sehr schlankheitsbewußt sind und um ihre gute Figur fürchten. Das heranwachsende Baby holt sich zwar, was es braucht, wenn jedoch zuwenig Nährstoffe vorhanden sind, kommt es leicht in den Mangel. Die durchschnittlichen Gewichtszunahmen von Schwangeren liegen zwischen 10 und 12 Kilogramm. Je nach Ausgangsgewicht variieren diese Zahlen jedoch. Obwohl der Energiebedarf während der Schwangerschaft nur geringfügig erhöht ist, verdoppelt sich der Bedarf an einigen Nährstoffen sogar. Deshalb sollten Schwangere auf einen vitamin- und mineralstoffreiche, aber fettarme Ernährung achten. Folsäure, ein Vitamin der B-Gruppe, ist wichtig für die Zellbildung und sollte bereits vor der geplanten Schwangerschaft in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Folsäure ist in Blattgemüse, Obst und Vollkornprodukten enhalten. Häufig werden jedoch auch als Vorsorgemaßnahme Folsäurepräparate verschrieben. Eisen wird zur Blutentwicklung benötigt und ist vor allem in Fleisch und Wurst enthalten. Gemüse enthält ebenfalls Eisen, ist jedoch nicht so gut verfügbar wie aus tierischen Lebensmitteln. Es empfiehlt sich, Gemüse mit einer Fleischmahlzeit zu kombinieren und vitamin-c-reiche Säfte zur Mahlzeit zu trinken, da Vitamin C die Eisenaufnahme aus dem Darm begünstigt. Gute Eisenquellen neben Fleisch sind außerdem Haferflocken, Hirse und Hülsenfrüchte. Jod ist für die geistige und körperliche Entwicklung des Babys von Bedeutung. Ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch sowie jodiertes Speisesalz und jodierte Back- und Brotwaren können den Bedarf decken. Calcium ist ein wichtiger Mineralstoff für die Knochen. Deshalb sollten täglich Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Ein Glas Milch, 1-2 Scheiben Käse (z. B. Parmesan oder Emmentaler) sowie ein Becher Joghurt können den Bedarf an Calcium decken. Vorsicht ist während der Schwangerschaft geboten bei hohen Vitamin-A-Gaben, z. B. durch Vitamin- bzw. Fischölpräparaten oder durch Verzehr von Leber, da sie das Baby im Mutterleib schädigen können. Auch Rohmilch oder daraus hergestellte Produkte sowie Roh-Salami, Tartar oder Carpaccio können aufgrund von Listerien oder Toxoplasmose-Erregern eine Gefahr für die Entwicklung des Ungeborenen darstellen. Ebenso sollte Rauchen, Alkohol sowie Diäten während der Schwangerschaft – dem Baby zuliebe – tabu sein.
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