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Rohkost als Dauerernährung?
Unter einer "Rohkosternährung" versteht man eine Ernährungsform, bei der weitgehend oder sogar ganz auf das Kochen verzichtet wird.
Anhänger dieser Ernährungsform essen ausschließlich rohes Gemüse und Obst, sowie Nüsse, Samen und Keimlinge. Bei manchen Rohkostformen sind Getreide, Fleisch und Milchprodukte erlaubt.
Strenge Rohköstler verzehren allerdings auch Fleisch roh.
Strenge Rohköstler begründen ihre Ernährung damit, daß der Mensch
nicht an gekochte Lebensmittel angepasst sei. Diese würden den Körper allmählich vergiften. Rohkosternährung soll auch zahlreiche Krankheiten heilen, beziehungsweise erst gar nicht entstehen lassen. Diese Begründungen und Versprechen
sind jedoch wissenschaftlich nicht haltbar.
Rohkost ist in Form von Obst, Gemüse oder als Getreide, z. B. im
Müsli ein täglicher Bestandteil in einer ausgewogenen Ernährung.
Ernährungswissenschaftler bewerten jedoch die reine Rohkosternährung als
eine sehr einseitige Ernährungsform, die langfristig zu Mangel- oder sogar Unterernährung
führen kann. Daneben gibt es jedoch noch einige Argumente, weshalb eine Rohkosternährung
ungeeignet ist, um sich dauerhaft so zu ernähren. Dies gilt besonders für Kinder, Jugendliche, Schwangere und
Stillende:
- Auf Dauer wird mit der Rohkosternährung nicht genügend Energie aufgenommen.
- Je nach Auswahl der Lebensmittel kann auch der Bedarf an Eiweiß, Calcium, Eisen, Jod und einigen B-Vitaminen nicht ausreichend gedeckt werden.
- Manche Gemüsearten werden erst durch das Erhitzen für den Menschen genieß- und verwertbar werden wie zum Beispiel Kartoffeln und Bohnen. Bohnen dürfen nicht roh verzehrt werden (enthält Phasin, das zu Entzündungen der Darmschleimhaut führt), deshalb Bohnen mindestens 15 Minuten kochen.
- Fleisch, Fisch und Milch sollten zum Schutz vor Krankheitserregern nicht roh gegessen werden, Ausnahme: Tatar, sofern es frisch zubereitet wird.
- Durch das Erhitzen von Gemüse und Getreide (z. B. in Brot) wird häufig auch die Verträglichkeit verbessert und sind besser verdaulich.

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