Pilze im Darm

"Pilze im Darm" ist eine Diagnose, die in den letzten Jahren immer wieder gestellt wird. Hefepilze sind jedoch nicht nur im Darm, sondern nahezu überall im Körper nachzuweisen. Bei einer Vielzahl von gesunden Menschen gehören Pilze zur normalen Darmflora. Erst wenn das natürliche Gleichgewicht, die Mikroflora, im Darm gestört wird, kann es zu einer übermäßigen Zunahme von Pilzen kommen, die krank machen kann. Für zahlreiche Krankheitssymptome wie Gemütsschwankungen, Übergewicht, Kopfschmerzen, Migräne und Verstopfung werden die Pilze verantwortlich gemacht. Inwieweit die Beschwerden von der Zahl der Pilze im Darm abhängt, bleibt umstritten. Unbestritten ist, dass Hefepilze in der Mundhöhle, in der Speiseröhre oder bei Frauen in der Vagina zu Infektionen führen können. Häufig geht diesen Erkrankungen eine allgemeine Abwehrschwäche z. B. durch eine Antibiotika-Therapie voraus. Auch die Einnahme der "Pille" sowie Stress oder seelische Belastungen können eine Pilzerkrankung begünstigen. Die Infektionen sind mit Anti-Pilzmitteln (Antimykotika) leicht zu behandeln.

Das sollten Sie meiden
- Vor allem Frauen berichten, dass sich Pilzinfektionen häufig nach Verzehr von Süßigkeiten "breit" machen. Zucker ist der ideale Nährboden für Hefepilze.
- Gezuckerte Getränke, Obst- und Gemüsekonserven (z. B. Ketchup) sowie helles Brot und Brötchen und Auszugsmehle durch frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornbrote und -brötchen ersetzen.
- Auch krankmachende Hefen selbst können das Immunsystem irritieren. Sie sind mit der Bäcker- und Brauerhefe so eng verwandt, dass das Immunsystem gelegentlich auch auf solche Nutzhefen reagiert. Bei entsprechenden Überempfindlichkeiten gilt die Empfehlung, möglichst alle Hefeprodukte für eine
Zeit vom Speisezettel zu streichen. Dazu gehören nicht nur hefegebackenes Brot, Wein und Bier, sondern auch hefehaltige Brühen, Pasten und Brotaufstriche.

Das hilft
- Wer häufig zu Pilzinfektionen neigt, sollte sein Immunsystem durch eine ausgewogene Mischkost und Entspannungstechniken für Stressgeplagte stärken.
- Stevia, ein natürliches Süßkraut, und seine Süßextrakte bieten eine gute Alternative für Pilzerkrankte. Da Stevia keine Kalorien beinhaltet und dem Pilz somit keine Nahrung liefert, kann sich der Hefepilz nicht vermehren und "hungert aus". (Bezugsquelle siehe Anhang)
- Lebende Joghurtkulturen in probiotischen Joghurts fördern eine gesunde Darmflora. Pilze, die sich in säurearmer Umgebung sehr wohl fühlen und stark vermehren, werden in ihrem Wachstum gehindert, so dass die durch den Pilz Candida albicans erkrankten Personen zu einem hohen Prozentsatz beschwerdefrei werden.
Die einzige Ausnahme vom Zuckerverbot bildet der Milchzucker. Hefen können diese "Laktose" nicht verstoffwechseln, erwünschten Darmbewohnern wie etwa Laktobazillen dagegen bietet er eine gute Nahrungsquelle.

Buchtipp: "Richtig essen - das hilft, das schadet", Heidrun Fronek, Südwest Verlag


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