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Wie sicher sind Mikrowellengeräte?
Geräte zum Garen mit Mikrowellen werden seit Anfang der sechziger Jahre in Deutschland verkauft, heute gehören sie bereits in jedem zweiten Haushalt zur Standardausrüstung. Es gibt sie als Sologeräte mit alleiniger Mikrowellenfunktion oder als Kombinationsgeräte mit zusätzlicher Ober- und Unterhitze, mit Heißluft oder Infrarotgrill sowie in Backöfen integriert.
Sind Mikrowellengeräte ein Gesundheitsrisiko für den Menschen?
Immer wieder werden Bedenken darüber geäußert, ob nicht möglicherweise Strahlen aus dem Gerät austreten können. Die Gehäuse der Mikrowellengeräte sind so gebaut, dass keine Strahlung austreten kann. Lediglich im Bereich der Türfuge kann eine geringe Menge Mikrowellenenergie, die sogenannte Leckstrahlung, austreten. Die festgelegten Grenzwerte werden aber nicht erreicht!
Vorsicht bei Zubereitung von Säuglingsnahrung
Die Erhitzung von Milch in Babyflaschen (ohne Sauger!) bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Durch die schon erwähnte unterschiedliche Energieverteilung kann es bei Säuglingen zu schweren Verbrennungen im Mund- und Speiseröhrenbereich führen. Deshalb: Milch nach Entnahme aus der Mikrowelle umrühren oder schütteln, kurz stehen lassen, damit sich die Wärme gleichmäßig verteilen kann und vor dem Füttern immer überprüfen. Gläschen etc. immer ohne Verschluss erhitzen, in geschlossenen Gefäßen kann sich ein Überdruck aufbauen, wodurch Explosionsgefahr besteht. Ein weiteres Problem des schnellen und ungleichmäßigen Erwärmens bei der Zubereitung von Lebensmitteln im Mikrowellengerät ist die Abtötung von Krankheitserregern. Es ist nicht auszuschließen, dass Erreger wie Salmonellen oder Listerien in den weniger stark erhitzten Zonen nicht ausreichend abgetötet werden bzw. sich dort sogar noch vermehren können. Um sicher zu gehen, muss das Lebensmittel in allen Bereichen für mehrere Minuten auf 70 °C erhitzt werden. Das bedeutet, dass Lebensmittel wie Geflügel oder frischeihaltige Gerichte längere Zeit auf niedrigerer Leistungsstufe zubereitet, mehrere Temperaturkontrollen durchgeführt und die Speisen mehrmals umgerührt bzw. gewendet werden müssen. Es ist zu überlegen, ob hier nicht die herkömmlichen Zubereitungsmethoden vorzuziehen und sicherer sind.
Tipps für die Praxis
1. Grundsätzlich die in der Bedienungsanleitung angegebenen Garzeiten beachten.
2. Für die Erwärmung der Speisen spezielles mikrowellengeeignetes Geschirr verwenden.
3. Die Speisen mit lose aufliegendem Deckel oder Abdeckhaube oder Mikrowellen-geeigneter Folie abdecken.
4. Nach Möglichkeit Lebensmittel mit gleicher Dicke verwenden bzw. große Stücke zerkleinern.
5. Alle Speisen zwischendurch umrühren oder umwenden, zur gleichmäßigen Wärmeverteilung kurze Zeit stehen lassen.
6. Lebensmittel mit fester Haut (z. B. Würstchen) einstechen, damit sie nicht platzen.
Bei kleinen Lebensmittelmengen ist der Einsatz der Mikrowelle sinnvoll, da die Speisen mit geringer Zugabe von Wasser oder Fett und mit wenig Energie zubereitet werden können. Größere Mengen gelingen zeit- und energiesparender auf dem Herd oder im Backofen. Das Mikrowellengerät kann herkömmliche Kochgeräte ergänzen, aber nicht ersetzen.

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