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Lust auf Süßes Babys erste Wahl Die Lust auf Süßes ist wahrscheinlich angeboren. Darüber streiten sich aber noch die Wissenschaftler. Unter den vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter spielt der Süßgeschmack eine besondere Rolle. Bereits bei Säuglingen in den ersten Lebenstagen kann man die Vorliebe für süß erkennen. Süßlich schmeckt das Fruchtwasser im Mutterleib und auch die Muttermilch ist süß. Babys lächeln, wenn man ihnen Zuckerwasser auf die Zunge tropft. Kleinkinder essen mehr von einer Speise, wenn diese zuvor gesüßt wurde. Erwachsene, die in einer Kultur ohne süße Nahrungsmittel aufwuchsen, bevorzugen spontan die süße Richtung, wenn ihnen Süßes zur Verfügung steht. Eine Beobachtung, die Forscher bei abgelegenen Eskimostämmen machten. Aber nur, weil die Vorliebe auf süß angeboren ist, rechtfertigt sie nicht unkontrollierte Nascherei. Wie viel süßes man verzehrt, ist in erster Linie Gewohnheit. Ist Lust auf Süßes eine Krankheit? In Amerika hat das Verlangen nach Süßigkeiten im Winter einen Namen, sie nennen es seasonal affective disorder (SAD), eine jahreszeitlich bedingte Gemütsstörung. Grund hierfür ist das Absinken von Serotonin, einem Neurotransmitter, der bei Mangel häufig zu Depressionen und Traurigkeit führt. Je länger die Dunkelheit anhält, desto niedriger ist der Serotoninspiegel im Blut. Das erklärt auch, warum viele Menschen in dieser Jahreszeit häufiger in die Süßigkeitenschublade greifen. Die volkstümliche Meinung, daß Zucker "Nervennahrung" sei, erhält durch diesen Zusammenhang eine gewisse Rechtfertigung. Serotonin wird im Gehirn gebildet und benötigt hierfür Kohlenhydrate. Süßigkeiten liefern durch den darin enthaltenen Zucker schnell verfügbare Kohlenhydrate. Doch nicht nur Süßes hebt die Stimmungslage. Den gleichen Effekt erzielt man auch mit komplexen Kohlenhydraten, die in Obst, Gemüse, Brot, Getreide und Kartoffeln vorkommen. Sie sorgen dafür, daß Serotonin gleichmäßig über den Tag verteilt produziert wird, lassen erst gar keine Depressionen entstehen und verhindern außerdem "Süßhunger". Macht Schokolade high? In Schokolade sind kleinste Verbindungen enthalten, die die Stimmungslage positiv beeinflussen können. Diese Stoffe werden Endorphine und Exorphine genannt und können den Körper in hohen Konzentrationen - ähnlich wie Haschisch - in einen Rauschzustand versetzen. Allerdings wären 12000 Tafeln nötig, um diese Wirkung zu erfahren. Der Verzehr von Schokolade scheint manchen Menschen dennoch gute Laune zu bringen. Neben den genannten Hormonen liefert Schokolade außerdem Koffein und Theobromin, die ebenfalls belebend wirken. Doch auch diese Stoffe kommen nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Wußten Sie das? Laut einer amerikanischen Frauenzeitschrift essen Frauen 22 Mal häufiger Schokolade als Männer. Der Grund: Nach dem Eisprung sinkt der Serotoninspiegel im Körper ab. Die Folge sind wechselnde Stimmungen, die mittels Schokolade zumindest zum Teil abgepuffert werden können. Buchtipp: "Süßes ohne Reue" von Heidrun Fronek " Zuckerfrei und süß"
von Heidrun Fronek und Norbert Müller
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