Lebensmittelallergien

Allergien sind zur Volkskrankheit geworden. Mindestens 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer allergischen Krankheit. Bei jedem Dritten gibt es schon Zeichen einer Sensibilisierung, d.h. dass er bald auf einen Stoff allergisch reagieren wird.

Die häufigsten Auslöser von Allergien sind Pollen. Die Saison beginnt bereits im Februar mit Hasel und Erle, hat im Juni ihren Höhepunkt mit Gräsern und endet im Oktober mit der Blütezeit von Goldrute und Spitzwegerich. Neben Allergien gegen Pollen gibt es noch viele andere Arten von Allergien: Hausstaub-, Schimmelpilz-, Tierhaar- und Lebensmittelallergien. Die Ursache sind meist Eiweißstoffe, die im Körper allergische Reaktionen hervorrufen. Die häufigsten Lebensmittelallergene stecken in Hühnereiern, Kuhmilch, Fischen, Nüssen sowie Stein- und Kernobst.

Pollenallergiker reagieren häufig gleichzeitig auf bestimmte Lebensmittel. Einige Lebensmittel haben Bestandteile, die denen von Pollen sehr ähnlich sind. Der Körper kann den Unterschied jedoch nicht erkennen und reagiert. Dabei  handelt es sich um Kreuzallergien. Wer eine Allergie gegen Hasel- und Birkenpollen hat, reagiert meist auch auf Karotten, Sellerie, Tomaten, Kernobst (Äpfel, Birnen) und Haselnüsse.
Wer auf Buche oder Eiche allergisch reagiert, hat häufig Beschwerden bei Stein-/Kernobst, Karotten, Sellerie, Haselnüsse. Gräserallergiker reagieren häufig auf Erdnüsse, Hülsenfrüchte, Getreide, Sojaprodukte, Kartoffeln. Und bei Allergien gegen Beifußpollen werden Sellerie (roh oder gekocht), Karotten, Petersilie, Dill, Kamille, Paprika, Pfeffer, Senf, Kümmel und Anis schlecht vertragen.

Tipps für die Praxis
· Das Allergen ausschalten. Auch auf "versteckte Allergene" in verarbeiteten Lebensmitteln achten. Milch- und Hühnereiweiß in vielen Lebensmitteln aus technologischen Gründen (als Bindemittel, Emulgatoren oder zur geschmacklichen Verfeinerung) eingesetzt.
· Je naturbelassener ein Lebensmittel bleibt, umso größer ist in aller Regel seine allergene Potenz. Es ist von Bedeutung, ob ein Lebensmittel roh oder erhitzt verzehrt wird. Durch Kochen oder andere Verarbeitungsprozesse verlieren viele Lebensmittel ihre "allergene Potenz" und werden meist problemlos vertragen. So gibt es Menschen, die beispielsweise auf rohes Hühnereiweiß allergisch reagieren, dagegen können gekochte Eier gegessen werden. Das gilt besonders auch für zahlreiche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten.
· Beim Einkauf auf das Etikett schauen, die Zutatenliste lesen. Alle Lebensmittel, deren Zusammensetzung man nicht genau kennt, besser meiden. Fragen Sie auch den Hersteller (Bäcker, Metzger, Firma), ob das Produkt "allergenfrei" ist, d. h. Ihr spezielles Allergen nicht enthält.
· Durch Einfrieren (2 bis 3 Wochen) verlieren Obst und Gemüse vielfach ihre allergene Potenz.
· Auch bei der Einnahme von Medikamenten ist Vorsicht geboten, besser vorab den Arzt oder Apotheker fragen, ob das betreffende Präparat "allergenfrei" ist.

Buchtipp: Allergenfrei essen von Dr. Gisela Rauch-Petz, Südwest Verlag, ISBN 3-517-07822-0, DM 29,90

 

 


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