Körperfettwaagen unter der Lupe

In immer mehr Fitnessstudios und Badezimmern finden sich so genannte Körperfettwaagen, die über die Zusammensetzung des Körpers Auskunft geben. Doch nicht alle liefern ein korrektes Ergebnis, denn bei der Messung müssen zahlreiche Faktoren beachtet werden. 

Körperfettmessung - warum? 
Der Körperfettanteil ist ein genauerer Indikator für den Ernährungsstatus und die persönliche Fitness eines Menschen, als der Body Mass Index (BMI), der Berechnung nach Broca oder anderen Bewertungsmöglichkeiten. Personen mit hohem Körperfettanteil sind eher von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Diabetes, bestimmten Arten von Krebs und verminderter Leistungsfähigkeit betroffen. Die systematische Körperfettreduktion durch kombinierte Sport- und Ernährungsprogramme lässt sich nur durch regelmäßige Körperfettmessungen nachweisen und kontrollieren. Hierbei zeigt Ihnen der Abbau des Körperfettanteils bei gleichzeitiger Erhöhung der Muskelmasse den wahren Erfolg Ihrer Aktivitäten. Der scheinbare Erfolg auf der Waage hingegen führt Sie unmerklich zum bekannten YoYo-Effekt.

Messmethoden
- Bei der Bioelektrischen Impedanz-Analyse, wie sie bei Körperfettwaagen angewandt wird, werden an Hand- und Fußgelenk Elektroden befestigt. Durch diese wird schwacher Strom durch den Körper geleitet und der Spannungsabfall auf die Körpergröße bezogen gemessen. Magere Körpermasse ist reich an Wasser und somit ein gut leitendender Elektrolyt, Fett hingegen leitet aus Mangel an Elektrolyten schlecht. 
- Bei einer anderen Art von Körperfettwaagen stellt man sich barfuss auf die Waage und berührt so mit den Fußsohlen die eingebauten Elektroden. Die so entstandenen Widerstands-Messungen werden im Computer mit den zuvor eingegebenen Daten (Alter und Geschlecht) verglichen. Um ein genaues Ergebnis zu erzielen, müssen jedoch verschiedene Variable berücksichtigt werden. Die Messwerte sind abhängig von der Körperhaltung, dem unterschiedlichen Wasseranteil im Körper, der letzten Nahrungsaufnahme (es sollte immer in nüchternen Zustand gemessen werden), Luft- und Hauttemperatur und unmittelbar vorangegangenen körperlichen Aktivitäten. 
- Eine andere Methode zur Bestimmung des Körperfettanteils ist die der Messung der Hautfaltendicke. Ausgangspunkt dafür ist die Erkenntnis, dass sich etwa die Hälfte des gesamten Körperfettdepots in der Unterhaut befindet. Dazu wird einfach eine Hautfalte mit einer speziellen Messzange eingeklemmt. Für die Durchführung bedarf es allerdings einiger Erfahrung.

Körperfettwaagen mögen im medizinisch-therapeutischen Bereich noch ihre Berechtigung haben, wenn es darum geht Hoch-Risiko-Patienten zu beurteilen. Für viele kann es jedoch eine Verunsicherung darstellen, vor allem für schlanke untrainierte Menschen, die vielleicht durch eine "negative" Körperfettbilanz Probleme mit ihrem Körper bekommen. Wer sich also normalgewichtig ist und sich wohl in seiner Haut fühlt, benötigt keinen "erhobenen Zeigefinger".



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