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Lust auf Kartoffel
Von den Anden nach Preußen
Die Kartoffel stammt ursprünglich aus dem Andenhochland in Südamerika. Von dort brachten
italienische und spanische Seefahrer die Knolle vor etwa 400 Jahren nach Europa. Nach Deutschland gelangt die Kartoffel gegen Ende des 16. Jahrhunderts, wo sie - trotz ihrer relativ unspektakulären Blüten zunächst als exotische Zierpflanze gezogen wurden. Wegen der schönen Blüten ließ der große Kurfürst 1651 Kartoffeln in seinem Lustgarten in Berlin anpflanzen.
Erst hundert Jahre später kamen die Kartoffeln, zuerst im Süden Deutschlands, auf den Tisch: Pfälzer Bauern brachten die "Erdäpfel" nach Preußen, wo Friedrich der Große den Kartoffelanbau förderte, um die damaligen Hungersnöte zu lindern: Er ließ sie unter Strafandrohung in die Erde legen, da das Volk der seltsamen Knolle noch nicht so recht traute. Als jedoch sowohl der große Hunger als auch der gefürchtete Skorbut - der durch Vitamin-C-Mangel entsteht -überwunden wurden; schloss die Bevölkerung Frieden mit der Indianerknolle. Seitdem spielt die Kartoffel in der deutschen Küche von Nord bis Süd eine bedeutende Rolle. Weltweit gehört sie zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln.
Kartoffeln einkaufen
Kartoffeln gehören zu den preiswertesten Lebensmitteln und sind quasi überall erhältlich. Bei uns gibt es ganzjährig ein sehr gutes Angebot an Kartoffeln. Doch nur ein Teil der in den Supermärkten und Großmarkthallen verkauften Kartoffeln stammt aus dem Inland, obwohl Deutschland zu den Hauptanbauländern für Kartoffeln gehört. Neben Kartoffeln aus dem Inland kommen bei uns hauptsächlich aus den Niederlanden und Italien importierte auf den Tisch. Auch England, Frankreich, Russland und Polen liefern Kartoffeln in deutsche Supermärkte. Und die ganz frühen Frühkartoffeln kommen natürlich aus wärmeren Gebieten: Marokko, Zypern und Ägypten.
Am besten kaufen Sie ihre Kartoffeln aber lose auf dem Markt oder beim Bauern. In diesen Fällen haben Sie Gewähr für gut gelagerte und sortenreine Kartoffeln aus der Region.
Fest kochende Kartoffeln
Sie bleiben gut in Form und eignen sich zum Kochen, Braten oder Backen und vor allem für Kartoffelsalate. Die bekanntesten Sorten sind Bamberger Hörnchen, Cilena, Hansa, Linda, Nicola, Selma, Sieglinde und Spunta.
Vorwiegend fest kochende Kartoffeln
Dieser Kartoffeltyp ist universal einsetzbar. Trotz des relativ hohen Stärkegehalts bleiben sie beim Kochen und Backen fest. Von diesem Kochtyp gibt es die größten Sortenangebote, wie z. B. Christa, Berber, Desiree, Gloria,
Granola, Primura, Secura, Solina.
Mehlig kochende Kartoffeln
Sie brechen beim Kochen auf und haben wegen ihres hohen Stärkegehalts einen etwas trockenen Charakter. Mehlig kochende Kartoffeln sind ideal für Suppen, Eintöpfe, Pürees und Knödel. Das Angebot an mehlig kochenden Kartoffeln ist wegen der geringeren Nachfrage etwas kleiner: Bekannte Namen sind Aula, Bintje, Irmgard, Likaria und
Adretta.
Kartoffeln kochen
Um die wertvollen Inhaltsstoffe der Kartoffel zu erhalten, sollte man auf eine schonende Zubereitung achten:
o Kartoffeln möglichst mit der Schale garen, am besten im Dämpfeinsatz oder mit sehr wenig Wasser.
o Kartoffeln nicht zu lange kochen. Geplatzte Pellkartoffeln verlieren Vitamine durch Risse in der Schale.
o Kartoffeln nicht warm halten, dadurch schwinden die hitzeempfindlichen Vitamine.
Gekochte Kartoffeln verarbeiten
o Wenn Sie für ein Rezept gekochte Kartoffeln kalt weiterverarbeiten wollen, ist es am besten, Sie kochen die Kartoffel a bereits am Vortag. Das hat mehrere Vorteile: Die Kartoffeln sind völlig erkaltet, was für das Gelingen vieler Rezepte wichtig ist, sie lassen sich gut reiben, und es geht schneller: Sie können von der Zubereitungszeit für das jeweilige Rezept dann 30 Minuten abziehen.
o Gekochte Pellkartoffeln halten sich im Kühlschrank etwa drei Tage. Es lohnt sich also, öfter einmal die doppelte Menge Kartoffeln zu kochen. Dann können Sie am nächsten Tag schnell eine vollwertige Mahlzeit zubereiten. Übrigens - für alle Rezepte mit kalten gekochten Kartoffeln können Sie auch Reste von Salzkartoffeln verwenden.
Kartoffeln und ihre inneren Werte
Kartoffeln liefern leicht verdauliche Stärke, wertvolles Eiweiß, verdauungsfördernde Ballaststoffe, elf Vitamine und 15 Mineralstoffe und Spurenelemente. So ist die Kartoffel reich an Kalium, Magnesium, Eisen, Kalzium und Fluorid, wobei der hohe Kaliumgehalt zur Entwässerung besonders bei Herz- und Nierenerkrankungen und zum Ausgleich bei Bluthochdruck äußerst wichtig ist. Kartoffeln enthalten wichtige Vitamine der B-Gruppe und größere Mengen an Vitamin C, aber kaum Fett. Sie sind ideal zum Abnehmen, denn sie sättigen gut und enthalten nur 265 kJ (68 kcal) pro 100 Gramm. Das Kartoffeleiweiß wird durch die Kombination mit Ei, Quark oder Milch für den Körper optimal verwertbar.
Buchtipp: "Lust auf Kartoffeln" von Johanna
Handschmann, Südwest Verlag

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