Spezielle Ernährung für "Zappelphilippe"?

Unter dem hyperkinetischem Syndrom versteht man eine Verhaltensstörung bei Kindern, die umgangssprachlich auch als “Zappelphillip”-Syndrom bezeichnet wird. Bereits im Kleinkindesaltes spätestens jedoch nach Schuleintritt fallen betroffene Kinder dadurch auf, dass sie extrem unruhig sind, sich ständig als “Clown” aufspielen müssen und den Unterricht oder gemeinschaftliche Aktionen stören. Die Kinder wirken überdreht, können nicht stillsitzen und sind oft auch unvorsichtig. Manchmal treten anstelle der Überaktivität aber auch Inaktivität, Depressionen und Launenhaftigkeit.

Ursachen:
Hier gibt es nur Vermutungen. Neben Sauerstoffmangel während der Geburt oder verminderte Versorgung des Gehirns mit Traubenzucker glauben Wissenschaftler, dass das hyperaktive Verhalten der Kinder vor allem durch Allergien ausgelöst wird.

Phosphat schuld an Hyperaktivität?
Lange Zeit wurde eine phosphatreiche Ernährung als Ursache vermutet. Phophat ist in Wurst, Käse und Colagetränken enthalten. Bei Einhaltung einer phsophatarmen Diät zeigten sich bei den Kindern keine auffallenden Änderungen. Außerdem wäre so eine Diät auch sehr schwer durchführbar, da der Mineralstoff in fast allen Lebensmitteln enthalten ist. Im Vergleich zur normalen Kost kann es auch bei einer Phosphatdiät zu einem Mangel an anderen Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und Vitaminen kommen.

Allergenarme Diät hat sich bewährt
Durch Ausschalten bekannter allergenauslösender Lebensmittel konnten bisher gute Erfolge erzielt werden. Die häufigsten Allergieauslöser sind Kuhmilch, Schokolade, Weizen, Käse und Eier sowie Farb- und Konservierungsstoffe. Allerdings sollte eine allergenarme Diät nur nach Anweisung und unter Beobachtung eines Arztes durchgeführt werden, weil es sonst leicht zu Mangelernährung kommen kann.

Ernährungstherapie nur ein Baustein
Fest steht auf jeden Fall, dass die Ernährungstherapie nur einen gewissen Teil der Behandlung ausmacht. An vorderster Stelle wird eine Verhaltenstherapie empfohlen, in der die Eltern und evt. auch die Lehrer mit einbezogen werden sollten. Oft dauert es Jahre, bis sich das Verhalten der Kinder merklich bessert. Spätestens aber in der Pubertät legt sich die Hyperaktivtiät in der Regel von selbst.

Buchtipp: "Das A.D.S-Buch", Oberste Brink Verlag


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