Federweißer und Zwiebelkuchen

Schilder an Weinstuben, Weingütern, Gaststätten und dem Weinhandel weisen darauf hin: Der erste Federweißer dieser Saison ist da, spritzig und süffig, milchig-trüb mit seinen an weiße Federchen erinnernden Flöckchen. 

Je nach Region ist der in Gärung befindliche Traubenmost auch als Bitzler, Sauser, Rauscher, Brauser oder Sturm bekannt. Hat die Hefegärung des Traubenmostes gerade erst begonnen, so dominiert noch der süße Geschmack der Trauben. Im Laufe der Entwicklung zum jungen Wein nimmt die Süße ab, der Alkoholgehalt steigt auf 5 bis 9 Prozent an, und die Hefe setzt sich am Boden der Flasche ab. Die entstehende Kohlensäure lässt ein festes Verkorken des Federweißen nicht zu. Deshalb muss er aufrecht stehend gelagert werden. Am besten schmeckt er gut gekühlt.Traditionelle und nicht nur in den Anbaugebieten geliebte Kombination zum Federweißen ist der deftige Zwiebelkuchen.

Die Zwiebelgewächse sind Lilienarten und stammen aus dem Orient. Von dort kamen Sie über die Römer nach Germanien, wo sie zuerst in Klostergärten kultiviert wurde. Erst im späten Mittelalter hielt die Zwiebel Einzug in unsere Küche. 
Die gelbe Haushaltszwiebel hat eine mittlere Schärfe. Die rotschaligen Varianten sind wesentlich milder und werden gerne für Salate oder zum Rohverzehr verwendet. Die großen Gemüsezwiebeln sind sehr mild und saftig, sie eignen sich gut für Schmortöpfe oder zum Füllen. Die Schalotten sind milder und aromatischer als die normalen Zwiebeln. Sie zählen zu den delikatesten Zwiebelgewächsen. Man verwendet sie gerne für feine Saucen, die ein dezentes Zwiebelaroma haben sollen. 

Inhaltsstoffe und Wirkungen von Zwiebeln
Zwiebel, Porree und Knoblauch sind schon seit den Anfängen menschlicher Kultur Grundbestandteile der Nahrungszubereitung und auch der Naturmedizin gewesen. Seit Tausenden von Jahren schätzt man die Zwiebelfamilie als sicheren und preiswerten Helfer bei vielen Befindlichkeitsstörungen von der Erkältung bis zum Bluthochdruck und als allgemeines Kräftigungsmittel. Schon die Ägyptischen Pharaonen hielten ihre Sklaven mit einer täglichen Zwiebel- und Knoblauchration bei Kräften. Alle Mitglieder dieser Gemüsefamilie haben weitgehend ähnliche Inhaltsstoffe und Wirkungen. Sie unterscheiden sich nur durch ihr Aussehen und durch die unterschiedliche Schärfe. Diese kommt von den ätherischen schwefelhaltigen Ölen, dem Allizin. Die ätherischen Öle sind so stark, daß sie die Schleimhäute schützen und Infektionen vorbeugen helfen. Weiter enthalten die Zwiebeln wichtige Flavonoide (Pflanzenschutzstoffe), reichlich Folsäure, Vitamin C, viel Eisen, Phosphor, Kalzium und das rare Spurenelement Zink. 

Tipp:
Wenn beim Zwiebelschälen die Tränen fließen, haben Sie bereits automatisch den Mund- und Rachenraum desinfiziert. Diese Wirkstoffe wirken sogar noch auf Blase und Nieren. 

Zwiebelkuchen:
Für ein Backblech, ausreichend für vier Personen, einen Hefeteig aus 250 g Mehl, 20 g frischer Hefe, 150 ml Milch, 50 g Butter und einem halben Teelöffel Salz herstellen und eine Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit 150 g gewürfelten, durchwachsenen Speck auslassen und darin ein Kilogramm in Ringe geschnittene Zwiebeln andünsten, bis sie glasig sind. Unter die etwas abgekühlte Zwiebelmasse 150 g saure Sahne und zwei Eier rühren und mit Salz und Pfeffer, wer mag auch mit Kümmel, abschmecken.
Den Hefeteig noch einmal kurz durchkneten, ausrollen und auf ein gefettetes Backblech legen, 10 Minuten gehen lassen, dann die Zwiebelmasse darauf verteilen und bei 250 °C 30 bis 40 Minuten backen. Guten Appetit!


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