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Erdbeerzeit
Sie wird als "Königin" der Beerenobstarten bezeichnet: die Erdbeere. Und das zu Recht, schließlich ist die "Fragaria ananassa", so ihr botanischer Name, bei uns das beliebteste Obst, abgesehen vom Apfel. 96 Prozent aller Leute essen gern Erdbeeren, im Jahr etwa 2,3 kg pro Kopf und Einwohner - heimische und importierte Früchte. Im Handel gehört die Erdbeere zu den Rennern im Sortiment, allerdings nur in der Saison. Gleichzeitig aber zählt sie zu den empfindlichsten Produkten in der Obst- und Gemüse-Abteilung.
Walderdbeeren kannten bereits unsere Urahnen. Erste Funde reichen bis in die jüngste Steinzeit zurück. Bereits in der Antike priesen römische Dichter die Qualitäten der kleinen, aromatischen Walderdbeeren: die Dichter Vergil (19 v. Chr.), Ovid (18 n.Chr.) und Plinius (79 n.Chr.) beschrieben diese Früchte. Sie nannte sie "frega" oder "fregum". Der botanische Name "fragaria" taucht zum erstem Mal bei Matthäus Silvatius im Jahre 1330 auf. Dieser Begriff leitet sich
aus dem lateinischen "fragare" (duften) ab.
Wer sich noch vor ein paar Jahrhunderten am Geschmack der Erdbeere erfreuen wollte, musste mehrere Tagelöhne dafür opfern. Edward I. verdanken wir die Entdeckung der Erdbeere als Genussmittel; davor wurde sie nur wegen ihrer Heilkräfte gesammelt und verspeist. Auf Umwegen über Holland und England kamen die ersten Früchte 1751 in die Hofgärten König Georg des II. von Hannover. Es gibt inzwischen weit über tausend Sorten mit recht unterschiedlichen Boden- und Klimaansprüchen, verschiedenem Aussehen, Geschmack und Wuchshabitus und jedes Jahr kommen ein paar neue hinzu.
Erdbeeren müssen vorsichtig transportiert werden. Sie sind druckempfindlich und faulen dann schnell. Erdbeeren verlieren schnell ihr Aroma. Sie sollten spätestens zwei Tage nach der Ernte verzehrt werden. Und wenn Sie sie nicht gleich verbrauchen können, dann sortieren Sie alle Früchte mit Druckstellen aus, breiten die unbeschädigten Beeren locker nebeneinander auf einem Teller aus und stellen diesen zugedeckt an einen kühlen Ort (am besten im Gemüsefach des Kühlschranks).
Erdbeeren sollten Sie nie mit hartem Wasserstahl abbrausen, sondern nur kurz in kaltes Wasser tauchen. Die gewaschenen Beeren sollten gut abtropfen oder vorsichtig trockengetupft werden. Erst nach dem Waschen entfernt man Stiele und Blätter, sonst wird das Aroma verwässert. Zuckern Sie die Erdbeeren auch erst kurz vor dem Servieren, sonst verlieren sie zu viel Saft und werden weich und schlaff. Erdbeeren haben einen höheren Vitamin C-Gehalt als Orangen und Zitronen: 60 mg pro 100 g Fruchtfleisch. Außerdem enthalten sie wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und besonders auch Eisen.
Nicht bloß zufällig gelten Erdbeeren in der Volksmedizin als wirksames Mittel gegen Blutarmut. Und wegen ihres hohen Gehalts an Salizylsäure werden sie zu Linderung von Gicht und Rheuma empfohlen.

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