Warenkunde Erdbeeren

Die kleine aromatische Walderdbeere ist schon lange in Europa bekannt. Schon vor der Zeitwende haben die Dichter Ovid und Vergil ihre Qualitäten gepriesen. Die heute bekannten Gartenerdbeeren stammen jedoch nicht von diesen europäischen Verwandten ab. Sie gehen vielmehr auf Importe aus Übersee im Mittelalter zurück. Französische Seefahrer brachten von ihren Weltreisen Ableger verschiedener Erdbeerpflanzen mit. Am Hof König Ludwig der 14. (18. Jh.) in Versailles hat man die kleine amerikanische Scharlach-Erdbeere mit großfruchtigen Pflanzen aus Chile gekreuzt. Daraus entstanden im Lauf der Zeit die heute bekannten Sorten. Auf Umwegen über Holland und England kamen die ersten Gartenerdbeeren 1751 in die Hofgärten von König Georg II. von Hannover. Aber erst 1840 begann man in der Nähe von Baden-Baden mit dem erwerbsmäßigen Anbau in Deutschland. 

Erdbeeren gibt es aus heimischen Anbau von Mitte Mai bis Oktober. Im Treibhaus beginnt die Saison sogar schon im März und April. Inzwischen gibt es mehr als tausend Sorten und sie unterscheiden sich in Form, Farbe, Festigkeit, Größe und Geschmack. Für die Züchter spielen auch Eigenschaften wie Lager- und Transportfähigkeit eine große Rolle. Eine beliebte Angebotsform ist auch das "Selbstpflücken". Hierbei sollten allerdings straßenferne Anbaugebiete bevorzugt werden, da nahe der Straße Schadstoffbelastungen aus Abgasen auftreten können. Einheimische Ware hat den Vorteil, dass sie nicht über lange Transportwege auf unseren Markt gelangt, was unter ökologischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten ist.

Erdbeeren sind reich an Vitamin C, bereits 150 g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Sie enthalten außerdem Betacarotin und die Vitamine B1 und B2 sowie Calcium, Kalium und Eisen. Erdbeeren beinhalten zudem hohe Salicylsäuregehalte, die in der Naturheilkunde zum Einsatz gegen Rheuma und Gicht eingesetzt werden. Ihre Inhaltsstoffe wirken blutreinigend, harntreibend und regen den Stoffwechsel an.
Mit nur 33 Kalorien pro 100 g sind Erdbeeren eine “leichte” Nascherei!

Tipps zum Einkauf

* Kaufen Sie nur reife Früchte kaufen, da sie nicht mehr nachreifen. Beeren sind äußerst druckempfindlich, vertragen keine Hitze und lange Transportwege und verderben schnell. Deshalb möglichst frisch verzehren.

* Waschen Sie nur stark verschmutzte Beeren, da sich die Früchte leicht mit Wasser voll saugen und weich werden.

* Sortiert, ungewaschen und in einem losen Behälter halten Beeren im Kühlschrank 1 bis 2 Tage. Mit etwas Zucker bestreut behalten Beeren ihr Aroma.

* Beeren lassen sich in der Regel gut einfrieren. Reife, feste und geputzte Beeren auf ein Backblech legen, ggf. mit Zucker bestreuen und etwas Zitronensaft beträufeln und tiefgefrieren. Anschließend in luftdichte Behälter verpacken. Durch Zugabe von Zucker und Zitronensaft bleibt die Farbe und der Vitamin-C-Gehalt besser erhalten.

Buchtipp: "Verführung mit Erdbeeren", Kristiane Müller-Urban, Augustus Verlag



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