Eisen ist oft Mangelware

Eisen ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Rotes Fleisch ist unser eisenhaltigstes Lebensmittel, aber auch in fetthaltiger Fisch, Hühner- und Truthahnfleisch, einige Nüsse, Samen, getrocknete Früchte, Spinat und Mangold enthalten viel Eisen. Eine eisenreiche Alternative ist auch mit Eisen angereichertes Müsli. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit zwischen 600 und 700 Millionen Menschen vor allem in den Entwicklungsländern unter Eisenmangel. Keine andere Nährstoffmangelerscheinung trifft damit weltweit so viele Menschen. Während in Westeuropa Eisenmangel hauptsächlich auf mangelnder Zufuhr basiert, sind in einigen Entwicklungsländern auch Erkrankungen wie beispielsweise Infektionen mit Hakenwürmern (Blutverlust) für Mangelerscheinungen verantwortlich. 

Während in den Industrienationen ca. 8% der Frauen unter Eisenmangel leiden, sind zwischen 10 und 20 % der jüngeren Mädchen betroffen. Obwohl sich Eisenmangel nicht in direkt eindeutigen Symptomen äußert, beeinflusst er doch alltägliche Aspekte wie beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit in der Schule. Nach Untersuchungen glauben wir, dass der Mangel an Eisen die Lern-Leistung von Mädchen so stark beeinflussen kann, dass sich darauf Unterschiede bis zu einer ganzen Notenstufe in den schulischen Leistungen zurückführen lassen.

Auch bei einer vegetarischen Ernährungsweise ist Eisen oft Mangelware. Besonders gefährdet sind Mädchen und junge Frauen, die sich einer Reduktionsdiät unterziehen oder sich vegetarisch ernähren. Gerade das erste Jahr der vegetarischen Ernährungsumstellung ist besonders kritisch, wenn Fleisch ohne adäquaten Ersatz zur Sicherung der Eisenzufuhr aus dem Speiseplan fällt. Frauen und Mädchen, die eine Diät einhalten und sich gleichzeitig vegetarisch ernähren, tragen ein besonders hohes Risiko und sollten möglichst mit Eisen angereicherte Nahrung zu sich nehmen. 
Also: eine ausreichende Eisenversorgung kann einen großen Unterschied in der Lebensqualität ausmachen, denn Eisenmangel beeinflusst unsere Hirntätigkeit. Gedächtnis und Lernfähigkeit sind davon gleichermaßen betroffen. Aber es ist nicht nur unser Kopf, der unter einem akuten Eisenmangel leidet, auch schwangere Frauen müssen in besonderem Maße auf eine ausreichende Eisenaufnahme achten. Während der Schwangerschaft sinken die Eisenreserven stark ab, und insbesondere in den letzten 6 Monaten hat das heranwachsende Baby einen stetig wachsenden Bedarf. Fallen die Eisenreserven der Mutter unter ein Minimum, kann sogar die Gehirnentwicklung des Kindes beeinträchtigt werden. Ältere Menschen können Eisenmangelsymptome bei unzureichender Ernährung besonders schnell entwickeln, da die Darmfunktion im Alter nachlässt und die Eisenaufnahme nicht mehr so gut funktioniert. Unabhängig von Geschlecht und Alter führt dauerhafter Eisenmangel schließlich zu einem Anstieg der Schmerzempfindlichkeit, Fehlfunktionen in der körpereigenen Temperaturregulierung, einer höheren Wahrscheinlichkeit verfrühten Haarausfalls und einem weniger wehrhaften Immunsystem, was die Infektionsanfälligkeit erhöht. Dadurch ist hinreichend demonstriert wie wichtig eine ausreichende Eisenversorgung ist. 

Eisenmangel macht sich durch häufige Müdigkeit, Erschöpfungszustände und ungewöhnliche Blässe bemerkbar. Sollten Sie unter diesen Symptomen leiden, kann der Arzt durch einer Blutuntersuchung feststellen, ob die Hämoglobinwerte in Ordnung sind. Er sieht dann schnell, ob Sie unter leichtem Eisenmangel leiden, oder ob Sie aufgrund des Eisenmangels sogar schon anämische Symptome entwickeln. 

Unser Körper kann nur ca. 25% des in Fleisch, Fisch und Geflügel vorhandenen Eisens aufnehmen. Die Aufnahmefähigkeit von Eisen aus Getreide, Gemüse und Früchten ist sogar noch geringer. Man kann die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln jedoch erhöhen, wenn man gleichzeitig folgende Lebensmittel zu sich nimmt: Vitamin C (in Zitrusfrüchten, Beeren, Kiwis, Paprika und Kartoffeln). Im Gegensatz dazu wird die Eisenaufnahme des Körpers bei gleichzeitiger Konsumierung von Kleie oder Tee erschwert. Sie sollten deshalb diese Lebensmittel nicht gleichzeitig mit eisenreichen Lebensmitteln verzehren.
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