Neues über Cholesterin

Cholesterin gehört zur Gruppe der Fette. Zusammen mit einer anderen Fettart, den Triglyceriden, ist es ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen, die jede Zelle des Körpers umgeben. Die Leber stellt aus Cholesterin Gallensäuren her, die über die Gallenblase in den Darm entleert werden und dort bei der Verdauung der aufgenommenen Fette eine Rolle spielt. Mit Hilfe von Cholesterin wird auch das für den Knochenaufbau entscheidende Vitamin D gebildet. Cholesterin dient außerdem als Vorstufe bei der Bildung von wichtigen Hormonen im Körper, beispielsweise der Sexualhormone und Kortison.

Die Ursachen für hohe Cholesterinwerte sind vielschichtig. Die Veranlagung spielt ebenso eine Rolle wie die Vererbung einer Stoffwechselerkrankung, bei der zuviel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Bei entsprechender Veranlagung können z. B. die Zellen das Cholesterin nur teilweise verwertet und es kommt - meist in Verbindung mit falschen Ernährungsgewohnheiten und anderen äußeren Einflüssen - zu einem Anstieg des LDL im Blut. Hohe Cholesterinwerte können aber auch die Folge einer bestimmten Erkrankung sein, z. B. einer Unterfunktion der Schilddrüse oder krankhafte Störungen der Gallenwege. Außerdem nimmt der Cholesterinspiegel im Blut im Laufe eines Lebens zu, weshalb ältere Menschen häufiger Cholesterinprobleme haben als Jüngere. Ebenso spielt das Geschlecht eine Rolle: Männer leiden häufiger an Hypercholesterinämie als Frauen.

Die US-amerikanischen National Institutes of Health gaben im Jahr 2001 neue Empfehlungen zum Thema Blutfette heraus. Hierbei werden die neuen Erkenntnisse und die Ergebnisse aus aktuellen Studien berücksichtigt. Nach den neuen Empfehlun-gen werden Gesamtcholesterinwerte unter 200 mg/dl als wünschenswert und Werte über 240 mg/dl als eindeutig zu hoch angesehen.
Der HDL-Wert, der als Schutzfaktor angesehen wird, sollte über 40 mg/dl liegen. Niedrigere Werte erhöhen wiederum das Risiko an gefäßverengenden Erkrankungen. 
Liegt der HDL-Wert bei über 60 mg/dl, wird dies sogar als "negativer Risikofaktor" definiert. Ein hoher HDL-Wert neutralisiert sozusagen einen Risikofaktor wie Rauchen, Hypertonie oder familiäre Disposition.
LDL-Werte unter 100 mg/dl werden als optimal angesehen, ab 130 bis 160 mg/dl sind sie grenzwertig und über 160 mg/dl bereits bedenklich.
Ein erhöhtes Risiko haben alle Patienten mit mehr als zwei der bekannten Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen, erhöhter Blut-druck, niedriges HDL-Cholesterin, ein erhöhtes Alter und eine familiäre Veranlagung für koronare Herzerkrankungen. Das Risiko, innerhalb von 10 Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden, liegt bei solchen Menschen zwischen 10 und 20 Prozent. Bei ihnen sollte das LDL-Cholesterin nicht mehr als 130 mg/dl betragen.


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