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Bioprodukte
Der Grundgedanke von “BIO”?
Die moderne Landwirtschaft wird bestimmt durch Pestizide, Gentechnik und synthetische
Mineraldünger. Lange Transportwege, die die großen Handelsketten in Kauf nehmen, bedingen
einen hohen Energieverbrauch, Luftverschmutzung und Zerstörung der Landschaft durch
Straßenbau. Schadstoffe in Lebensmitteln und der Umwelt sind die Folgen, die Kosten dafür
sind unberechenbar. Die steigende Nachfrage beeinflußt den „Bio- Markt“ positiv, senkt die Preise und steigert die
Chancen für eine lebenswerte Zukunft. Erfreulich ist, daß die Zahl der Öko-Höfe sich in den
letzten sechs Jahren fast verdoppelt hat. Die bewirtschaftete Fläche ist auf über 350.000
Hektar angewachsen und hat sich damit vervierfacht.
Ziele des ökologischen Landbaus:
--> Artgerechte Tierhaltung (Haltung, Fütterung)
--> Verzicht auf “chemische Keule”
--> Umwelt möglichst wenig belasten
--> Energie- und Rohstoffvorräte schonen
--> gesunde Lebensmittel erzeugen
--> Bodenfruchtbarkeit erhalten
--> routinemäßige und vorbeugende Behandlung der Tiere mit Medikamenten ist untersagt.
Ist auch wirklich “Bio” drin, wenn “Bio” drauf steht?
Nicht nur aber auch durch die europäische Gesetzgebung ist wirklich Bio drin, wo Bio draufsteht. Begriffe wie „aus biologischer
Landwirtschaft“, „aus ökologischem Anbau“, „biologisch“ oder „von einem biologisch-dynamischen Betrieb“ stehen immer für echte
Bio-Ware. Nur wenn mind. 95 % der Zutaten aus ökologischem Landbau stammen, dürfen auf dem Etikett Begriffe wie biologisch, ökologisch, organisch stehen.
Die neun Verbände des ökologischen Landbaus in Deutschland (Demeter, Bioland, ANOG, Naturland, Biopark,etc.) haben sich in der “Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) zusammengeschlossen. Die AGÖL hat Rahmenrichtlinien erarbeitet, die für alle Anbauverbände verbindlich sind.
Sind Bioprodukte besser als herkömmliche Produkte?
- Entgegen der allgemeinen Erwartung unterscheiden sich Bioprodukte im Gehalt an Rückständen und Verunreinigungen nicht wesentlich von konventionell erzeugten Produkten.
- Bioprodukte enthalten erwartungsgemäß keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Aber auch bei konventionell hergestellten Produkten sind die Gehalte an Pflanzenschutzmitteln sehr gering und liegen fast ausschließlich unterhalb der gesetzlich festgesetzten Höchstmengen.
- Schadstoffe, die als Staub oder Niederschlägen auf Pflanzen oder Böden ablagern, können auch in Öko-Lebensmitteln nachgewiesen werden.
- Nitratgehalt ist in Bioprodukten geringer als bei mineralisch gedüngtem Gemüse.
Warum sind Bioprodukte teurer?
Die industrielle Massentierhaltung ermöglicht zwar ein billiges Fleischangebot, die Folgen für die Umwelt sind jedoch gravierend: Kot und Harn landwirtschaftlicher Nutztiere bilden Ammoniak und sind an der Überdüngung und Versäuerung der Wälder beteiligt. Oft wird das Grundwasser mit Nitrat belastet. Verfütterung von
Tiermehl an Kühe führte zu der BSE-Epidemie, die den Steuerzahler bislang etwa 13 Milliarden Mark gekostet hat.
Kurzfristig sind die Massen-Produkte billig, das dicke Ende kommt hintennach. Rechnet man auf jedes konventionell erzeugte Produkt die Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden, die des Gesundheitswesens und die EU-Subventionen, sind Öko-Produkte deutlich preiswerter!
Der Bio-Anbau ist ein Beitrag zum Naturschutz und damit auch eine Investition in die Zukunft. Öko-Landwirte brauchen höhere Preise. Im ökologischen Pflanzenbau sind durch den Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz sowie Mineraldünger die Erträge um 10–50% geringer.
Der Verzicht auf die chemische Keule bedeutet, daß mehr menschliche Arbeit nötig ist:
Unkraut wird gejätet, Schädlinge werden von Hand abgesammelt oder mechanisch beseitigt.
Dies alles ist zeitaufwendiger. Die Personalkosten sind im Vergleich zu konventionellen
Betrieben höher.
Die artgerechte Tierhaltung verursacht ebenfalls höhere Kosten. Bio-Futtermittel sind teurer.
Tiere, die artgerecht gehalten werden, brauchen mehr Platz, ihre „Leistungen“ sind geringer.
Natürliche Bewegung und der Verzicht auf Mast oder künstliche Futtermittelzusätze bringen
10–40% niedrigere Erträge.
Auch die „natürliche“ Weiterverarbeitung ist aufwendiger. Zum Beispiel: Bio-Bäcker stellen
ihren Sauerteig selber her, ohne Schnell-Backmischungen. Das dauert länger. Gemüse und
Obst sind handverlesen. Stengel und Blätter kommen nicht ins Bio-Glas, dafür umso mehr
Frucht.
Bio-Lebensmittel enthalten keine künstlichen Konservierungsstoffe. Kürzere Haltbarkeit und
größere Ausfälle schmälern die Umsätze. „Naturkost“ wird also werterhaltend und mit
möglichst wenig Schaden für die Umwelt produziert und verarbeitet. Fairness und Transparenz
sind zentrale Anliegen von Herstellern und Handel. Dies alles hat seinen Preis – der bei
konventioneller Ware der Allgemeinheit aufgebürdet wird.
Literatur: "Lebensmittel aus ökologischem Landbau".
Broschüre zu bestellen bei Auswertungs- und Informationsdienst für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) e.V., Konstantinstraße 124,
53179 Bonn, DM 4,00

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