Babys gesund ernähren

Muttermilch ist die umkomplizierteste und billigste Nahrung fürs Kind. Sie ist jederzeit und überall "abrufbar", hat die richtige Temperatur, ist immer keimfrei und enthält alle lebenswichtigen Nährstoffe, die ein Baby braucht. Sie ist die natürlichste Form der Säuglingsernährung, passt sich in ihrer Menge und Zusammensetzung den Bedürfnissen des gedeihenden Säuglings und den noch nicht ausgereiften Funktionen der Verdauung, des Stoffwechsels, der Nieren und des Immunsystems optimal an Muttermilch bietet ihm auf jeder Stufe seines Wachstums und seiner Entwicklung immer das, was es gerade braucht. Sie lässt sich nach Bedarf auch einfrieren und wieder auftauen und kann dann sogar vom Vater mit der Flasche gegeben werden.

Die Nährstoffe der Muttermilch sind genau auf das Baby abgestimmt, so dass es sie besonders gut verdauen kann. Es enthält die optimale Zusammensetzung an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Eine spezielle Aminosäure namens Taurin stärkt und schützt die Leber des Babys und hilft ihr, besser mit Umweltgiften fertig zu werden. Mehrfach ungesättigte langkettige Fettsäuren (sog. LCP), die in der Muttermilch enthalten sind, fördern nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Intelligenz des Kindes und helfen bei der optimalen Entwicklung seiner Nervenzellen und seines Sehvermögens.

Muttermilch enthält Abwehrstoffe gegen Viren und Bakterien und entzündungshemmende Bestandteilen. Bestimmte bioaktive Stoffe in der Muttermilch starken zudem das Immunsystem und sorgen für die Ausreifung des Darms. Der Aufbau einer guten Abwehrkraft im Magen-Darm-Trakt im Säuglingsalter verringert die Anfälligkeit für Infektionen und Allergien.

Ein weiterer Vorteil: Muttermilcheiweiß ist das beste Eiweiß für den jungen Säugling. Die Abwehrmechanismen des Magen-Darm-Trakts und das Immunsystem gegen Nahrungsmittelallergene sind in den ersten 4 Monaten noch nicht ausgereift. Daher ist die Gefahr groß, dass das Baby mit Durchfällen gegen fremde Eiweißstoffe reagiert oder Allergien gegen sie entwickelt.

Stillen verbindet Mutter und Kind auf ganz besondere Weise. Die Geborgenheit, die für die Entwicklung des Babys so wichtig ist, können Sie ihm aber auch vermitteln, wenn Sie es mit dem Fläschchen füttern. Wenn die Mutter nicht stillen kann oder will, ist industriell hergestellte Fertigmilch die beste Alternative. Auch damit lässt sich Ihr Baby gesund ernähren. Fertigmilch entspricht modernen wissenschaftlichen Erkenntissen, ist von gleichbleibender Qualität, streng schadstoffkontrolliert und hygienisch unbedenklich.

Ein häufiger Fehler in der Kinderernährung ist, den Säuglingen viel zu früh Beikost zu geben. In den ersten vier Lebensmonaten erhält der Säugling mit Muttermilch oder einer industriell hergestellten Säuglingsmilch alle Nährstoffe, die er braucht. Alle anderen Lebensmittel sind überflüssig. Auch, wenn in alten Büchern über Säuglingspflege und -ernährung eine frühe Beikostfütterung zur Förderung der Akzeptanz von Lebensmitteln empfohlen wird oder wenn Hersteller von Babykost andere Angaben auf den Gläschen machen, braucht ein Kind vor dem vierten bzw. sechsten Lebensmonat keine Beikost. Man weiß heute, dass frühzeitige Beikost Nachteile haben kann. Verfrühte Einführung anderer Lebensmittel (Säfte, Breie) kann bei Säuglingen unter Umständen eine Allergie auslösen. Die in jüngster Zeit häufig propagierte "alternative Säuglingsnahrung" (z.B. Säuglingsfruchtmilch aus Mandeln, Obst und Gemüse), ist ungeeignet, da diese Nahrung dem Nährstoffbedarf des rasch wachsenden Säuglings nicht gerecht wird und zu schweren Gedeihstörungen führen kann. Beikost sollte frühestens nach dem 4. Monat und spätestens nach dem 6. Monat, wenn gestillt wird, angeboten werden. Dann reicht Muttermilch bzw. Säuglingsmilch nicht mehr aus, um den hohen Gesamtbedarf an Energie und bestimmten Nährstoffen zu decken und der kindliche Organismus ist soweit gereift, dass er feste Nahrung ohne große Probleme verarbeiten kann.

Buchtipp: "Babys richtig ernähren", Südwest Verlag, ISBN  3-517-07697-X

 

 


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